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Klimakrise: Ich kann ja nix machen!

Die Klimakrise ist neben all den anderen wohl die größte, vor der die Welt steht. Ohnmacht könnte einen beschleichen, wenn es zugelassen wird.

Von Georg Sander

Es kann einem ja schwindlig werden, weil selber schuld ist man sowieso eher ungern und die Zahlen sprechen doch eh dafür: 2020 war China zu 30,65 Prozent für alle CO2-Emissionen verantwortlich. Die USA zu 13,54 Prozent, Russland 4,53. Deutschland, wir wissen alle, wie groß unser Lieblingsnachbarland ist, zu 1,85. So viel können wir in Österreich gar nicht in die Atmosphäre senden. Und abgesehen davon: 100 Konzerne sind alleine für 70,57 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Hat hier irgendwer schon mal bei Coal gekauft? Eben, ist mit 14,32 zehn Prozent Vorsprung auf Aramco aus Saudi-Arabien (4,5) und Gazprom (3,91) der größte Klimasünder. Auf Platz 94 wäre die OMV zu finden. 0,06 Prozent ist nicht viel, dann eben woanders tanken, wenn es schon sein muss…

Keine Effekte für die Klimakrise?

Das kann einen schon entmutigen, wenn man sich diese Zahlen ansieht. Was bringt es da eigentlich, umständlich mit der Bahn zu fahren statt mit dem eigenen Auto; oder das teure Biofleisch zu nehmen statt dem „normalen“; oder diese Aufrufe, doch weniger zu heizen, warum soll ich denn frieren? Wieso sollte ICH mich einschränken, wenn hier offensichtlich ein System versagt, das mit echten Gesetzen eine nachhaltige Veränderung bringen könnte, aber mich am Ende des Tages nur Zeit und Nerven kostet. Das sind alles sehr verständliche Gedankengänge. Aber nur auf den ersten Blick.

Ein Schritt zurück!

Wie im Podcast zu hören war, verbraucht der Globale Norden, also die Industrieländer der nördlichen Heimsphäre, viel mehr Ressourcen als der Süden. Michael Bilharz vom deutschen Umweltbundesamt sagte in einem Interview zudem einmal: „Wir sind heute immer noch bei 11,6 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person und Jahr – und damit meilenweit von unserem Zielkorridor unter einer Tonne CO2-Äquivalente pro Person und Jahr (entfernt).“ Das heißt: Wir emittieren im Endeffekt auch persönlich zu viel. Woran liegt’s? Nicht an Plastikstrohhalmen oder dem Verzicht auf Erdbeeren im Winter. Wohnen und Mobilität sind die zwei großen Treiber. Da kann man schon ansetzen, Stichwort E-Auto oder Dämmung, wenn letzteres überhaupt möglich.

Der Konsum ändert doch etwas

Und letztlich sind es schon einige Konsumentscheidungen. Tilman Santarius, Professor für sozial-ökologische Transformation an der Technischen Universität Berlin, erklärte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Ich glaube, da gibt es sehr viele Möglichkeiten: eben eher fleischlos zu essen, Bioprodukte zu kaufen, insgesamt die ganzen Gadgets, die man sich so landläufig zulegt – da einfach die Finger davon zu lassen, oder viel Gebrauchthandel zu betreiben. Oder eben auch, wenn man Geschenke kauft, die über Ebay gebraucht zu kaufen.“ Denn: Seit der ersten Klimakonferenz von Rio im Jahr 1992 haben sich die privaten Konsumausgaben in Deutschland um mehr als vier Fünftel erhöht.

Selber in der Hand

Und wenn am Ende des Tages jeder sagt, dass es eh nichts ändert, dann kommt genau das dabei raus. Darum gilt, dass man eben selber einige Dinge in der Hand hat. Vielleicht ist es doch nicht so schlimm, mit der Bahn in den Urlaub zu fahren; hin und wieder das Rad statt dem Auto zu nehmen; die Heizung vielleicht ein, zwei Grad kühler zu schalten; einen gebrauchten Laptop zu kaufen, weil auch der ältere drei Mal so viel kann wie man braucht; nicht alle halben Jahre ein neues Smartphone zu kaufen; Biofleisch oder öfters gar keines, das ist ja auch gesünder. Und, und, und. Wenn’s genug machen, wird sich etwas ändern.

Und wenn es doch nichts bringt? Dann hat man zumindest sich und seinem Umfeld was Gutes getan…

Fotocredit: Pixabay

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