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Wasserstoff als Energielieferant Europas

Ende 2021 wurde auf EU-Ebene das Dekarbonisierungspaket präsentiert, das die Energieerzeugung durch Wasserstoff und grünes Gas zukünftig forciert. Die Stärkung von nachhaltigen CO2-Kreisläufen sollen dem Umweltschutz weitere Schubkraft verleihen. Mehrere Studien belegen das große Potenzial eines europäischen Wasserstoffnetzes und zeigen, dass der Weltmarkt für die umweltschonende Energie-Form längst eröffnet ist.  

Christoph Reicho

2050 gilt als das „Umschalt-Jahr“ für die globalen Klimaziele, denn bis dahin soll die vollständige Reduktion der CO2-Emissionen abgeschlossen sein. Das treibt zahlreiche Unternehmen bereits in den letzten Jahren dazu neue Energiekonzepte auszuarbeiten und umzusetzen.

Anzahl an Wasserstoff-Deals weltweit verdoppelt

Die Studie „Wasserstoff M&A Deal Monitor“ zeigt, dass sich bereits in der ersten Jahreshälfte 2021 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres die Anzahl an Deals im Energiesektor „Wasserstoff“ weltweit mehr als verdoppelt haben. Eine Analyse des österreichischen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG zeigt dabei, dass der Wettkampf um die Führungsrolle bei „Wasserstoff aus erneuerbarer Energie“ bereits voll im Gange ist – vorwiegend zwischen den Wirtschafts-Großmächten China, USA und der EU. Der große Anstieg an Wasserstoff-Deals ist laut Studie hauptsächlich auf Übernahmen sowie Beteiligungen in Europa zurückzuführen. Etwa die Hälfte aller Transaktionen zwischen 2016 und 2021 erfolgten in Europa. „Europa weist seit 2019 die meisten Wasserstoff-Deals auf, doch die größten Marktteilnehmer kommen weiterhin aus Nordamerika“, betont Günther Bürger, Manager bei KPMG im Bereich Deal Advisory, der damit auf die vorhandene Marktdominanz der USA hinweist.

Wasserstoff als Hoffnungsträger der Zukunft

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass sich all jene Unternehmen im Wasserstoffsektor, die sich auf Mobilität oder Wärme spezialisiert haben, ihre Unabhängigkeit und Kapazitäten in der Elektrolyse-Technologie ausbauen. Gleichzeitig rücken Produzenten von erneuerbarer Energie verstärkt als Investoren in den Fokus von Wasserstoffunternehmen. Die Studie nennt als jene Wasserstoffherstellungsverfahren mit dem höchsten Entwicklungsstand die alkalische Elektrolyse sowie die PEM-Elektrolyse. Zusammengefasst gilt Wasserstoff als großer Hoffnungsträger der Zukunft: „Es ist eine Technologie, die enorme Wachstumsmöglichkeiten bietet. Der Markt ist allerdings noch nicht in jener Form gereift, sodass alle Anwendungen umgesetzt werden können“, schildert KPMG Partner Victor Purtscher den derzeitigen Marktreifegrad der Wasserstoffindustrie.

Europäisches Wasserstoffnetz mit großen Erfolgschancen

In Europa werden Energieunternehmen im Wasserstoff-Sektor folglich immer aktiver. Einer Studie der „European Hydrogen Backbone“-Initiative (EHB) zufolge hätte ein europäisches Wasserstoffnetz große Erfolgschancen. Laut den Studienergebnissen gibt es in der EU und Großbritannien 2050 eine Wasserstoffnachfrage von 2300 Terawattstunden (TWh) – das wären bis zu 25 Prozent des gesamten Energiebedarfs. Die Studie gibt ebenso Preis, dass die EU und Großbritannien über die Ressourcen verfügen diesen Bedarf mit selbst produziertem grünen oder blauen Wasserstoff für 19 EU-Staaten, Großbritannien und die Schweiz schon im Jahr 2040 abzudecken. Die „European Hydrogen Backbone“-Initiative (EHB) ist eine Kooperative von 22 europäischen Gasnetzbetreibern, deren Anliegen es ist die großen Vorteile einer europäischen Wasserstoffinfrastruktur aufzuzeigen. Teil der Initiative sind beispielsweise OGE aus Deutschland, Nationalgrid (Großbritannien), Snam (Italien) und Gasunie (Niederlande).

Modernisierung des Gasnetzes

Im Dezember 2021 wurde auf EU-Ebene das EU-Dekarbonisierungspaket präsentiert, worin die Festlegung von Definitionen, die Einführung eines Zertifizierungssystems und Regulierungsprinzipien sowie die Infrastrukturplanung wesentliche Elemente sind und die Förderung von Energieerzeugung durch Wasserstoff und grünes Gas einhergeht. Wesentlicher Bestandteil ist die Modernisierung des bestehenden Gasnetzes für die Dekarbonisierung und Realisierung eines klimaneutralen Gas-Netzes. Mit dem EU-Dekarbonisierungspaket wird auch ein neuer Rechtsrahmen für Wasserstoff geschaffen, in dem die Auflagen für den europäischen Gasbinnenmarkt angepasst werden und parallel ein EU-Wasserstoffmarkt aufgebaut wird. Das europäische Wasserstoffnetz wird sich hierbei aus neu installierten Wasserstoffleitungen und der Umrüstung bereits bestehender Gasleitungen zusammensetzen. Darin gibt es vorerst auch die Möglichkeit Biomethan und Wasserstoff dem Gasnetz beizumischen und thermisch zu nutzen.

Positives Feedback aus Österreich

„Das Gaspaket ist ein wichtiger Schritt für den Markthochlauf des – für die Energiewende zentralen – Energieträgers Wasserstoff. Die präsentierten Entwürfe schaffen Rechtssicherheit und sind ein wichtiger Baustein, um den Infrastrukturausbau im Bereich Wasserstoff voranzutreiben“, zieht Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), ein erstes Fazit.

„Das vorgestellte Dekarboniserungspaket schafft den notwendigen Rechtsrahmen, um erneuerbare und kohlenstoffarme Gase und Wasserstoff zu forcieren“, erklärt Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbands Gas Wärme (FGW). Er sieht den Bedarf „die Gasinfrastruktur rasch auf die zunehmenden Mengen an Grünem Gas und Wasserstoff auszurichten und die notwendigen Incentives zu setzen“.

EU-Ziel: Nachhaltige CO2-Kreisläufe

Neben dem Dekarbonisierungspaket setzt die EU-Kommission auch verstärkt auf nachhaltige CO2-Kreisläufe. Ziel: In der Zeitspanne zur Klimaneutralität bis 2050 gilt das Vorhaben bereits bis 2030 pro Jahr fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu extrahieren. Hier gibt es auch Pläne für einen EU-Rechtsrahmen zur Anrechnung und Zertifizierung der CO2-Abscheidung.

Wasserstoff – das häufigste Element des Universums

Wasserstoff ist jenes chemische Element, das im Universum am häufigsten vorkommt. Wasserstoff wird häufig auch als „Kohle der Zukunft“ bezeichnet – mit dem großen Unterschied, dass es kein umweltschädliches CO2 erzeugt und klimaneutral ist.

Der Großteil des Wasserstoffes auf der Erde ist im Wasser gebunden. Wasserstoff (H2) wird so beispielsweise aus Wasser (H20) durch eine Elektrolyse gewonnen, bei der das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff (O2) getrennt wird. In der Elektrolyse wird das Wasser mit Hilfe von Strom aufgespalten: Am Plus-Pol (Anode) entsteht hierbei Sauerstoff. Am Minus-Pol (Kathode) entsteht Wasserstoff. Dies wird bereits vereinzelt in Hybridkraftwerken mit Hilfe einer Elektrolyseur-Maschine produziert. Strom entsteht daraufhin wieder in einer Brennstoffzelle im Zusammenführen beider Stoffe sowie auch das Wasser selbst, das dadurch im Kreislauf bleibt und nicht verschwendet wird. Durch die elektrochemische Reaktion während der Zusammenführung der Stoffe, entsteht Energie. Es gilt hier das umgekehrte Prinzip im Vergleich zur Elektrolyse.

Interessante Links zum Thema Wasserstoff:

MDR Dok „Ist Wasserstoff die Kohle der Zukunft?“

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Handelsblatt „Studie zeigt große Potenziale von europäischem Wasserstoffnetz“

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Fotocredit: PackMas.JETZT

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