Fleischersatzprodukte sind fünfmal besser für das Klima [Reportage] - packmas.jetzt

Fleischersatzprodukte sind fünfmal besser für das Klima [Reportage]

Fleischersatzprodukte sind nicht nur trendy und es braucht dafür kein Tier sterben, sie sind auch klimaschonender.

Von Georg Sander

Eine Ernährung ohne Fleisch liegt absolut im Trend. Zwar machen Fleischersatzprodukte nur einen kleinen Teil aus, aber man bekommt sie eigentlich überall im Lebensmitteleinzelhandel. Zwei Sachen gleich zu Beginn: Vitamin B12, Eisen, Calcium oder Omega-3-Fettsäuren müssen auch in den Körper; das erklärt die deutsche Verbraucherzentrale. Zudem ist die Herkunft der Zutaten nicht auf demselben Level nachvollziehbar wie bei Eiern oder Milch. Wie Bio die Erbsen, deren Proteine oft Grundlage von Fleischersatzprodukten sind, ist oft einfach nicht angegeben. Und noch etwas: Niemand will irgendwem aktuell sein geliebtes Steak verbieten. Weniger davon ist aber sicherlich gut. Wie der WWF erklärt, ist Fleischkonsum nämlich auch eine Klimafrage: Fleisch macht zwar nur neun Prozent unserer gesamten Ernährung aus, verursacht aber 43 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgas-Emissionen und heizt somit die Erderwärmung weiter an.

Fleischersatzprodukte schmecken anders, aber egal

Auch sollten die eigenen Erwartungen heruntergeschraubt werden. Wer immer Extrawurst, Leberkäse oder Faschiertes und Burgerpatties aus Fleisch gewohnt war, wird vegane Alternativen nicht mögen, denn noch tüftelt die Lebensmittelindustrie daran, dass es wirklich wie gewohnt schmeckt. Allerdings macht das wenig, werden die genannten Dinge doch selten “roh”, also ohne etwas dazu gegessen. Um bei den vier Beispielen zu bleiben: Wer Essiggurkerln in die Wurst- oder Leberkässemmel gibt, Tomatensauce aufs Faschierte, Senf und Ketschup zum vegan-faschierten Laberl genießt, wird den Unterschied auch weniger wahrnehmen. Spannend ist aber vor allem der bereits erwähnte Klimaeffekt. Dieser wurde jüngst per Algorithmus bei 57.000 Produkten untersucht und die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache.

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Komplexe Untersuchung

Bislang wurde vonseiten der Wissenschaft hauptsächlich eine Produktgruppe auf ihre CO2-Emissionen untersucht. Also wie “grün” sind Tomaten, Paprika, Eier, Fleisch und Co. Das Problem bei Fleischersatzprodukten ist, dass es verarbeitete Lebensmittel sind, die viele verschiedene Zutaten haben. Forschende der Universität Oxford haben nun eine Analyse der Umweltfolgen von 57.000 verarbeiteten Lebensmitteln, die im Vereinigten Königreich und Irland vertrieben werden, im Fachmagazin “PNAS” vorgelegt. Mittels Algorithmus wurde der ökologische Fußabdruck von tausenden Produkten geschätzt. Dabei wurden etwa die Auswirkungen der Lebensmittel auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung und Wasserverbrauch quantifiziert. Zum ersten Mal haben wir eine transparente und vergleichbare Methode zur Bewertung des ökologischen Fußabdrucks von verarbeiteten Lebensmitteln mit mehreren Zutaten”, wird ein Studienautor zitiert.

Fünfmal besser für das Klima

Wie die ‘APA’ meldet, sind die Ergebnisse eindeutig: In der Studie wurden die Umweltfolgen von Fleisch und Fleischalternativen, darunter Würste oder Burger auf pflanzlicher Basis, verglichen. Dabei wiesen viele der Alternativprodukte nur ein Fünftel bis weniger als ein Zehntel der Umweltauswirkungen ihrer fleischbasierten Äquivalente auf. Was heißt das nun? Schließlich gibt es über die eingangs erwähnten Punkte mit Sicherheit noch einiges an Kritik an den Alternativen, Stichwort Plastik. Letztlich sind Fleischersatzprodukte wohl noch nicht das berühmte Gelbe vom Ei – für das Klima sind sie um Welten besser und es müssen dafür keine Schweine, Kühe oder Hendeln sterben.

Fotocredit: Pixabay

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