Die soziale Disbalance als Spiegel der wankenden Welt - packmas.jetzt

Die soziale Disbalance als Spiegel der wankenden Welt

Singer/Songwriter Christoph Calim schreibt und singt in seinem musikalischen Essay monatlich über ein aktuelles, brisantes Thema der Gesellschaft. Im Text findet eine gedankliche Beleuchtung seiner Beobachtungen statt. Im Song berührt Calim die Gefühlsebene und aktiviert das Herzensverständnis.

Ein musikalischer Essay von Christoph Calim

Zurzeit leben 7,93 Milliarden Menschen auf dem Planeten Erde. Nur ein Prozent der Menschen besitzt beinahe die Hälfte des gesamten Nettogeldvermögens der Welt. Das sind im Detail nur 79 Millionen Menschen. Fakt.

9 weitere Prozent vollenden das reiche Zehntel der Menschheit und teilen sich weitere 40 Prozent des Reichtums. Das sind im Detail 713,7 Millionen Menschen. Fakt.

Es verbleiben schließlich für die restlichen 90 Prozent der Menschen nur 16 Prozent des gesamten Nettogeldvermögens. Das sind im Detail 7,14 Milliarden Menschen, die zusammen mit weniger als einem Sechstel des Reichtums auskommen müssen. Fakt.

So kann Reichtum zur Armut werden. Was nach einem scherzhaft satirischen Zahlenspiel klingt, zeigt leider die nackte Tatsache einer Realität, die niemand haben möchte. Pardon – ich korrigiere – niemand von den verbleibenden 90 Prozent zumindest, denn 7,14 Milliarden Menschen haben de facto nichts, arbeiten aber weiterhin unterwürfig und fleißig wie emsige Bienen für die Königin und halten so dieses ungleiche System am Leben – ob bewusst oder unbewusst. Da drängt sich nun sehr penetrant die Frage auf: Wieso tun sie das? Wieso stehen 7,14 Milliarden oder auch 7140 Millionen Menschen nicht einfach auf und sagen den – im Vergleich in der Anzahl lächerlich anmutenden – 0,79 Milliarden oder 790 Millionen Menschen: „Liebe reiche Zehn-Prozent! Ihr hattet eure goldenen Zeiten. Damit ist es nun aber vorbei, denn wir sind nicht mehr bereit dieses Ausmaß an sozialer Ungerechtigkeit zu unterstützen. Fliegt zum Mond, baut euch einen Palast, aber lasst uns hier auf der Erde in Frieden & in fairer Gerechtigkeit miteinander leben!“

Kollektives Un-Bewusstsein

Aufzustehen und „Stopp!“ zu sagen wäre eigentlich sehr einfach – vor allem, weil die zahlenmäßige Überlegenheit derart groß ist, dass selbst ein einfaches Synchron-Husten ausreichen würde, um all die Königinnen und Könige vom Thron zu pusten. Also, warum bleiben die siebentausendeinhundertvierzig Millionen Menschen so regungslos? Ist es Unterdrückung? Ist es Manipulation? Ist es Macht oder Ohnmacht? Ist es Dummheit? Ist es Masochismus? Ist es Bequemlichkeit? Ist es gefährliches Unwissen? Ist es das kollektive Un-Bewusstsein? Ist es …?

Ich enttäusche Sie hier gleich vorab: diese Fragen kann ich Ihnen nicht beantworten, aber ich möchte all das unbedingt in unser Bewusstsein holen und mit diesem Kommentar und dem Song „All of us“ die soziale Disbalance auf der Welt, die absurden Zustände der (un-)menschlichen Realität und diese Gesellschaft der Armut thematisieren.

Das kollektive Wegsehen, Weghören und Nicht-Aussprechen trägt ebenfalls die Verantwortung für die katastrophalen Missstände.

Die harten Fakten – ja noch einmal

Hier noch einmal die bewusste Wiederholung der Zahlen und die Quelle derselben: Das „manager magazin“ fasst in einem Artikel die Ergebnisse des Global Wealth Report 2020 zusammen. Die Prozentsätze sind zwar im Vergleich mit den Vorjahren nicht wirklich neu, aber für ein Herz der sozialen Gerechtigkeit dennoch zerreißend, spaltend, schockierend: 10 Prozent der Bevölkerung besitzt 84 Prozent des gesamten Nettogeldvermögens – und, darin enthalten, besitzt das wohlhabendste 1 Prozent 44 Prozent des weltweiten Vermögens. Das Kurioseste dabei: auch im 1. Jahr der Corona-Pandemie hat sich die Kluft zwischen Arm & Reich erneut vergrößert und das globale Geldvermögen ist weiter auf 3,3 Prozent angestiegen. Fakt. Die Börsen verzeichneten sogar ein „verrücktes“ Plus von 25 Prozent. Fakt. Laut der Studie kletterte das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte um 9,7 Prozentpunkte höher, was das stärkste Wachstum seit 2005 gewesen sei. Fakt.

Die Superreichen als Klimawandel-Turbo

Achtung – die Sympathiewerte für die Gesellschaft der Superreichen steigen gleich ins Unermessliche. Das war jetzt tatsächlich etwas Ironie, denn jetzt kommt es gleich noch härter und in dieser Drastik etwas unerwartet: Die reichsten zehn Prozent sind außerdem für ÜBER die Hälfte des CO2-Vebrauchs (52 Prozent) weltweit verantwortlich. Das ergab eine Untersuchung der Entwicklungsorganisation Oxfam, die ebenfalls 2020 veröffentlicht wurde. Untersuchungsgegenstand ist darin der für die Klimapolitik essentielle Zeitraum 1990-2015 – jener Zeitabschnitt, in dem sich die klimaschädlichen Emissionen verdoppelt haben. Das reichste 1 Prozent der Menschen sind hierbei für doppelt so viel CO2-Ausstoß (15 Prozent der CO2-Emissionen) verantwortlich, als die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit (7 Prozent der CO2-Emissionen). Fakt. Das hat massive Auswirkungen auf alle Kinder dieser Welt – nicht nur auf die Kinder der Superreichen. Fakt. Nicht verwunderlich, dass die bevölkerungsreichsten Staaten und Elite-Großmächte bei der COP26 ein Jahr später, 2021, nach wie vor so zurückhaltend agieren, obwohl die Klima-Alarmstufe Rot bereits vor vielen Jahren schrill aufgeheult hat. Bereits heute kostet das Zögern der Politik täglich unzähligen Menschen, Tieren und der Natur das Leben. Fakt. Und all das ist erst der Anfang von den nun vor uns liegenden stürmischen Jahren des (Klima-)Wandels. Es ist seit vor-, vor-, vor-, vorgestern Zeit für ein Ende der Schönwetter-Ansprachen und für eine klare Stellung der Menschen gegen diese dystopischen Zustände der Gegenwart. Nicht in der Zukunft. Jetzt! Nicht aufgeben. Aufstehen!

Die verzerrte Dualität der Gesellschaft & ihre alltäglichen Absurditäten

Der Wohlstand des Westens beruht zum Großteil auf der Armut des Ostens und der sogenannten “3. Welt”. Amerikaner wie Europäer können sich täglich neue Kleidung kaufen und sich monatlich quasi kostenlose Smartphones holen, weil es u.a. in anderen Ländern menschenunwürdige Arbeitslager & eine moderne Versklavung von Billiglohnkräften gibt. Fakt. Millionen Autos glühen durch Europa mit dem Treibstoff von ein paar wenigen superreichen Ölscheichs oder ausgebeuteten Ländern Afrikas oder Südamerikas und immer auf Kosten der Natur – wie u.a. von westlichen Großkonzernen zerstörte Regenwälder. So bietet Ecuador neuerdings die schaurige „Toxic Tours“ an, wo Touristinnen und Touristen durch fast 5.000 Quadratkilometer – durch die Erdölindustrie in Habgier zerstörten – Regenwald geführt werden. Jahrzehntelang hat hier u.a. der Konzern Texaco (Chevron) sein antiplanetares Unwesen getrieben und das Gebiet unwiederbringlich verseucht. Danke, Turbokapitalismus.

Bei Lebensmittel braucht der Röntgenblick gar nicht interkontinental zu reisen, sondern es genügt ein kleiner Trip aufs Land, wo Milchbauern aller Art darüber klagen, dass ein Großteil des Umsatzes für auf ihrem Hof produzierte Lebensmittel in die geiernden Hände der Supermarktketten fällt. Die Frage ist allerdings, wie lange noch? Der Bewusstseinswandel ist zumindest in diesem Bereich voll im Gange – regionale 24h-Shops sprießen aus dem Boden wie Sonnenblumen im Herbst, Ab-Hof-Verkäufe boomen und regionale Online-Zustelldienste vervielfältigen sich.

Und wir lassen unseren offenen wie kritischen Blick auf weitere Industrien schweifen

Bauindustrie: Täglich werden neue Immobilien-Projekte genehmigt, Althäuser abgerissen, Parkanlagen zubetoniert, Ackerland umgewidmet, Wälder gerodet und neue Wohnblöcke hochgezogen – während sich ein immer größer werdender Teil der Gesellschaft das Wohnen nicht mehr leisten kann. Das wiederum führt dazu, dass ganze Wohnkomplexe leer stehen, während Obdachlose auf der Straße ihr Pappkarton-Bett aufstellen müssen.

Software- und Technikindustrie: Im Song „All of us“ singe ich „There is not enough home for us, but there are enough phones for us.“ Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Technik in Gegenüberstellung zum Mangel an leistbaren Wohnstätten steht im absoluten Widerspruch zu einander und spiegelt eine Menschheit wider, die den Zugang zur eigenen Natur und den wirklich wichtigen Grundbedürfnissen verloren hat.

Lebensmittelindustrie – Take 2: „There is not enough bread for us, but there is enough death for us.“ Die ungleiche Verteilung von Lebensmitteln auf der Welt generell ist ein weiteres „verrücktes“ Beispiel aktueller, menschlicher (Un-)Kultur. Täglich wird in Wien so viel Brot- und Backware in den Müllkorb geschmissen wie ganz Graz pro Tag isst – während in Entwicklungsländern alle zehn Sekunden ein Kind an den Folgen von Hunger stirbt. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 … 1, 2, 3, … Fühlen Sie es?

Der Transport von Schlachtvieh, Gemüse und Getreide durch die halbe Welt anstatt eines regionalen Anbaus und Direkt-Konsums, zeigt weiter, dass das aktuelle System nicht den Menschen, sondern dem Turbokapitalismus dient und damit der kontinuierlichen Förderung des Reichtums einer kleinprozentigen Elite.

Pharmaindustrie: „There is not enough medicine for us, but there is enough racism for us.“ Über Sinn, Zweck und Wirkungskraft der Covid-Impfung möchte ich hier nicht diskutieren – die Gesellschaft ist dazu ohnehin schon schwer gespalten. Allerdings beweist die ungleiche Verteilung des Covid-Impfstoffs abermals die Übermacht der reichen Industriestaaten, die in erster Linie ihr länderspezifisches System sichern und weniger den Menschen global Gesundheit bringen wollen. Ja, auch das ist eine Form des widerlichen Rassismus. Wo ist die Gleichstellung aller Menschen und Länder? Dieser Gedanke hätte bis dato ja nicht einmal in einem irdischen Märchen Platz. Aufwachen. Ändern. Jetzt.

Bildung: „There is not enough love for us, but there are enough drugs for us.“ Wo ist das Bewusstsein für (Selbst-)Liebe und die Stärkung individueller Talente zur allgemeinen Anhebung des Glücks von jungen Menschen im Schulsystem? Noch nirgendwo … Unser Bildungssystem bietet keine – die Individualität und das Selbstbewusstsein fördernde – Unterrichtsfächer und formt so indirekt und auch direkt Menschen mit Mangelbewusstsein, Angst und (Selbst-)Hass, was in weiterer Folge mit legalen pharmazeutischen oder illegalen Drogen kompensiert und unterdrückt wird. Hier gibt es keine Wurzel-Heilung, sondern reine Symptombehandlung, was zu einem massiven Mangel-Bewusstsein & einer motivationslosen Orientierungslosigkeit unter den jungen Menschen – der Zukunft der Gesellschaft – führt. Wenn ich meinen Sohn ansehe, weine ich manchmal.

Ich wünsche mir für meinen Sohn & alle Kinder dieser Welt eine lebenswerte Zukunft.

Liste der menschlich erzeugten Ungerechtigkeiten

Diese Liste an menschlich erzeugter Ungerechtigkeiten lässt sich schier unendlich fortsetzen. Darum stoppe ich hier vorerst den Striptease in die Abgründe der aktuellen Gesellschaft. Heute sind wir noch eine Menschheit, die bei der Achtsamkeit, bei der Demut, bei der sozialen Gerechtigkeit, beim Mitgefühl, bei der Gleichstellung aller, bei der Fairness für alle Lebewesen, bei der Liebe, bei der Selbstlosigkeit, bei der Freiheit, beim Frieden und vielen anderen Dingen scheitert. Wir holen all die bereits produzierten Weltuntergangs-Science-Fiction-Filme mit Turboschritt ein und säen ein Szenario eines nicht lebenswerten Planeten, einer menschlichen Gesellschaft im Chaos und letztendlich auch den Untergang einer Elite, deren Glaspaläste spätestens mit der Flut des Wandels, die über alle bricht, zerbersten werden.

Ich glaube aber fest an das wahre Potential der menschlichen Seele. Wir können all das viel besser. Tief in unserem Inneren, tief in unserem Herzen fühlen wir das, wissen wir das. „Back to the roots“ dürfen wir vorerst unseren innersten Urkern wiederentdecken und wiedererlernen im Einklang zueinander und mit unserem natürlichen Lebensraum zu leben. Was, … das dauert aber lange? Womöglich, aber der Weg ist das Ziel. Jeder verändernde Schritt heute ist ein Sprung morgen und ein Quantensprung übermorgen. Ach ja: ich habe übrigens nichts gegen Reichtum, ich schätze ihn sogar sehr – ALLERDINGS NUR, wenn er nicht auf Kosten von anderen Menschen, Lebewesen und unserem so wertvollen, einzigen Lebensraum angehäuft wird. Das gehört meiner Meinung nach weltweit gesetzlich unter “Schwerverbrechen” gelistet. Heute. Nicht morgen.

Der Song zum Essay – ALL OF US

With “All of us” Christoph Calim brings forgotten values back into our mind and reminds us: “Life is a human right”. Tolerance, mindfulness, compassion, selflessness, helpfulness, humility and gratitude instead of hate, greed, envy, feelings of deficits and disrespect for human beings and our living environment. That sounds good, but the world today looks different: „There is not enough medicine for us, but there is enough racism for us.“ Christoph Calim’s song “All of us” shows the bizarre imbalance between the negative and the positive, between wealth and poverty and criticizes the social injustice worldwide. The hyper-technological world casts dark shadows on society and so there is – for example – no basic services for everyone, no primary health care for everyone and a lot of people are suffering: „There is not enough home for us, but there are enough phones for us.“ But we have the power to share, the strength to give and to restore the balance between all people. The society of the future will only be able to survive, will only be able to stop self-destruction and the exploitation of the resources of our planet, if we learn to assume responsibility for our planet and take care of each other and all beings on earth. “All of us, all of us have the right to live! All of us, all of us have the power to give! ”, Calim sings the chorus as a powerful wake-up-call for the heart of humanity.

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Christoph Calim singt in “All of us” für ein starkes Miteinander und ein Ende der Ungerechtigkeit auf der Welt.

ÜBER Christoph Calim

Singer/Songwriter Christoph CALiM symbolisiert mit seinen Songs eine „Heartwarming Music“. Als Sänger der Herzen ist er Brückenbauer zwischen verschiedenen Kulturen, Sprachen, Zeiten und Welten. Christoph CALiM gelingt es vielfältige Musik-Genres wie Pop, Rock, Folk, Reggae, Latin, Jazz, Blues, Rap oder World Music auf der Bühne harmonisch zu vereinen. Er ist ein singender Poet mit offenen Augen und Armen, mit Inhalten am Puls der Zeit und vermittelt dem Publikum stets Herz und Hirn zugleich und in voller Intensität. Musik & Worte sind CALiMs Werkzeuge Gefühle zu aktivieren, zum (Nach-)Denken anzuregen und die Welt zum Positiven zu verändern … „I’m a man of the earth, not a man of a state. I live to love, I don’t live to hate“, betont Kosmopolit Christoph CALiM.

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Quellen & Links:

Global Wealth Report 2020

Superreiche als Klimawandel-Turbo

Toxic Tours Ecuador

Lebensmittel in den Müll

Hungertod Kinder

Massensterben Kinder

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Fotocredit: Guardians of the Earth

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