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Tiere und Klima profitieren von weniger Fleisch

Wer weniger Fleisch isst, tut etwas Gutes, eine aktuelle Studie zeigt konkrete Auswirkungen einer Reduktion des Fleischkonsums in Österreich.

Von Georg Sander

Die Nutztierhaltung macht weltweit unglaubliche 14,5 bis 18 % unserer gesamten globalen Treibhausgasemissionen aus. In diesem Zusammenhang stellt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL Österreich) in Kooperation mit dem Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der BOKU im Auftrag von VIER PFOTEN die konkreten Auswirkungen eines deutlich reduzierten Fleischkonsums auf die Tierhaltung, das Tierwohl und das Klima in Österreich dar.

Darum ist weniger Fleisch gut

In welchem Ausmaß das jedoch passieren würde und wie viel mehr Platz und Lebensqualität die Tiere in Österreich zur Verfügung hätten, das zeigt diese Studie erstmals auf. Klares Fazit: Je weniger Fleisch, desto besser für Tier, Umwelt – und letztendlich auch den Menschen.

Die Studienautoren haben dafür drei Szenarien untersucht:

  1. einen um zwei Drittel reduzierten Fleischkonsum der Bevölkerung gemäß der Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) (19,5 kg/Person/Jahr)
  2. eine ovo-lacto-vegetarische Ernährung der Bevölkerung (d.h. kein Fleisch wird konsumiert, allerdings Milch- und Eiprodukte)
  3. eine vegane Ernährung der Bevölkerung

„Das Ergebnis der Studie ist beeindruckend. Es zeigt, dass bei einem geringeren Fleischkonsum nicht nur entsprechend mehr Platz und damit mehr Lebensqualität für die verbleibenden Tiere vorhanden wäre, sie könnten auch alle auf der Weide leben. Wir sprechen von einer zusätzlichen Restfläche von rund 140.000 Hektar im Fall der Fleischreduktion um zwei Drittel und von rund 637.000 Hektar bei einer vegetarischen Ernährung. Bei veganer Ernährung, bei der keine Nutztiere zur Produktion von Lebensmitteln nötig wären, beträgt die zusätzliche zur Verfügung stehende Fläche sogar fast 1.780.000 Hektar. Diese freiwerdenden Nutzflächen könnten zum Beispiel für eine Umstellung auf Biolandwirtschaft oder auch für Renaturierung bzw. für das Anlegen von Mooren zur CO2-Speicherung nutzbar gemacht werden“, erklärt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

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Bis zu zwei Drittel weniger Treibhausgas-Emissionen

„Im Falle einer Ernährung mit weniger Fleisch könnten wir in Österreich im Ernährungsbereich 28 % der Treibhausgase einsparen. Bei einer ovo-lacto-vegetarischen Ernährung würde fast die Hälfte (-48 %) der ernährungsbezogenen Treibhausgase eingespart, durch eine vegane Ernährung sogar mehr als zwei Drittel (-70 %). Gerade im Hinblick auf die Klimaziele wäre das ein unglaublich wichtiger Beitrag“, so Weissenböck. „Wir haben es derzeit mit multiplen Krisen zu tun, die auch das Ernährungssystem, die Gesundheit und die Klimakrise umfassen. Wenn wir den Druck von unseren verfügbaren Flächen nehmen wollen und zugleich die Gesundheit von Mensch und Tier profitieren soll, dann ist die Transformation zu stark pflanzenbetonten Ernährungsweisen essentiell“, sagt Martin Schlatzer vom FiBL Österreich.

Das derzeitige österreichische Reduktionsziel bei Treibhausgasemissionen laut Pariser Klimaschutzabkommen ist ein Minus von 36 % bis 2030. Dazu könnte eine Ernährung gemäß ÖGE immerhin 21 %, das vegetarische Szenario mit 36 % mehr als ein Drittel beitragen. Das vegane Szenario könnte sogar einen Beitrag von 53 % am gesamten Treibhausgas-Emissionsziel in Österreich leisten.

„Flexitarische sowie vegetarische Ernährungsweisen können gerade im Klimabereich einen wichtigen Schritt Richtung Erreichung der Pariser Klimaziele erwirken. Zudem ergeben sich positive Co-Benefits für die Widerstandsfähigkeit des Ernährungssystems, die Artenvielfalt und die Vorbeugung künftiger Pandemien“, so Martin Schlatzer.

Fotocredit: Hofer

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