Tafeln und Sozialmärkte: Die Jahresbilanz - packmas.jetzt

Tafeln und Sozialmärkte: Die Jahresbilanz

Die Jahresbilanz von der Tafeln und Sozialmärkte zeigt: Sie sind ein wichtiger Beitrag zur Armutslinderung und für mehr Klimaschutz in Österreich.

Redaktion

Die Mitglieder im Verband der österreichischen Tafeln mit über 100 Ausgabestellen sowie mehr als 100 versorgten sozialen Einrichtungen und SOMA Österreich mit über 40 Sozialmärkten retteten im Jahr 2021 gemeinsam mehr als 15 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Vernichtung und halfen damit über 160.000 armutsgefährdeten Menschen, ihr Leben zu verbessern. Dies bedeutet mehr als 30 Millionen Mahlzeiten. Möglich wurde dieses Ergebnis durch den Einsatz von mehr als 5.000 haupt- und ehrenamtlichen Helfer:innen, die täglich in ganz Österreich im Einsatz sind.

Österreich: Teuerungen bei Lebensmitteln treffen ärmste Bevölkerungsschichten am stärksten

Noch immer werden jährlich fast 1.000.000 Tonnen genusstaugliche Lebensmittel aus Privathaushalten, Gastronomie, Handel, Produktion und Landwirtschaft vernichtet. Gleichzeitig sind 1,5 Millionen Menschen in Österreich armutsgefährdet oder von manifester Armut betroffen. Verschärft wird die derzeitige Situation durch den massiven Anstieg der Lebenserhaltungskosten, allen voran die Teuerung bei Lebensmitteln, die sich bei allen Menschen in Österreich im Geldbörsel bemerkbar macht, die aber keine Gruppe so sehr trifft wie jene Menschen, die schon jetzt an oder unter der Armutsgrenze leben. So reicht für immer mehr Menschen das monatliche Einkommen nicht mehr aus, und führt zwangsläufig dazu, dass bei der Qualität und Quantität von Lebensmitteln gespart wird. Damit sind immer mehr Menschen in Österreich von Ernährungsunsicherheit betroffen. Bereits vor Corona waren das fast 500.000 Personen.

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Die kommende Zeit wird für viele Menschen noch schwieriger, als sie derzeit schon ist, die Anzahl der armutsgefährdeten Menschen wird weiter steigen, denn die Maßnahmen die jetzt beschlossen wurden und jene die nicht beschlossen wurden, werden den Menschen in der Armutsfalle nicht entscheidend helfen und es werden zu den rund 1.500.000 Menschen die in Österreich aktuell armutsgefährdet sind, weitere dazu kommen. Deshalb bedarf es Organisationen wie Soma Österreich & Partner, den Verband der österreichischen Tafeln und anderer, um aktuell den armutsgefährdeten Menschen zu helfen. Darüber hinaus trägt jedes Kilogramm Lebensmittel, welches gerettet wird, einen beträchtlichen Anteil zu einer positiven CO2-Bilanz bei und hilft damit auch die Umwelt zu verbessern.

Warenspender:innen und Politik gefordert!

Aufgrund der derzeitigen Teuerung, der Ukraine Krise und den Auswirkungen von Covid-19 suchen immer mehr Menschen Hilfe bei Tafeln und Sozialmärkten. Gleichzeitig nehmen die Warenspenden dramatisch ab. Dr. Alexandra Gruber, Obfrau Verband der österreichischen Tafeln und Geschäftsführerin Wiener Tafel schlägt Alarm: „In den Tafeln ist bereits in den ersten Monaten des heurigen Jahres der Bedarf an Lebensmitteln um über 30% gestiegen“. Gleichzeitig werden die Lebensmittelspenden immer weniger, v.a. aus Handel, Großhandel und Produktion, denn immer mehr kommerzielle Initiativen wollen diese Lebensmittelüberschüsse zu Geld machen. Diese fehlen dann allerdings den Tafeln und somit jenen Menschen, die auf Lebensmittelhilfe dringend angewiesen sind. Alexandra Gruber weiter: „Prinzipiell ist jede Maßnahme zur Bewusstseinsbildung gegen Lebensmittelverschwendung in der Allgemeinbevölkerung zu begrüßen, ob das allerdings genau bei den Lebensmitteln sein muss, die schon vorher von den Tafeln und somit für armutsbetroffene Menschen gerettet wurden, wage ich zu bezweifeln.“

Erstmals wurde den Tafeln im Jahr 2021 eine größere Förderung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz zum Aufbau von angestelltem Schlüsselpersonal sowie zum Ausbau der Infrastruktur mit Kühlfahrzeugen, Gabelstaplern, (Tief-)Kühlschränken,…..in Österreich zugesprochen. Im Rahmen dieser Förderung schloss sich der Verband erstmals mit weiteren Tafelorganisationen zu einem Konsortium zusammen. Dr. Alexandra Gruber appelliert an Bund, Länder und Gemeinden, diese Hilfestellung für die Tafeln in ganz Österreich weiter auszubauen, denn: „Als Tafeln und Sozialmärkte übernehmen wir in Österreich eine wichtige Rolle im Kampf gegen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung und tragen damit – gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen – entscheidend zur Armutslinderung, zur Verbesserung der CO2 Bilanz und zur Bewusstseinsbildung in der Zivilgesellschaft gegen food waste bei.“

Fotocredit: Pixabay

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