Dieses Treffen kann weiterhin ein E-Mail sein - packmas.jetzt

Dieses Treffen kann weiterhin ein E-Mail sein

So wie es aussieht, neigt sich die Pandemie in Österreich dem Ende zu. Ein paar Dinge sollten wir beibehalten, etwa, dass Treffen E-Mails sein können.

Eine Glosse von Georg Sander

Wissen Sie noch, wie das war, als man komplett bedenkenlos zum 11 Uhr-Termin gegangen ist, dann wieder ins Büro, am Abend zum After Work Drink und so weiter? Nein, perfekt, ich auch nicht, schließlich ist das alles sehr lange her und ein paar Dinge werden uns vermutlich noch begleiten, was genau, das entscheidet die Regierung, wann und aus welchen Motiven auch immer. Aber hierbei soll es nun um die Arbeitswelt gehen. Vor der Pandemie waren viele Treffen eben keine E-Mails, man war hier, dort und da. Das ist ein immenser Energieverbrauch, wenn die Strecken nicht gerade mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Pro Personenkilometer werden da mit dem Auto schon einmal 154 Gramm CO2 in die Atmosphäre geschossen, bei einem Inlandsflug sind es 214 Gramm pro Personenkilometer. Aber Achtung: Auch der Öffentliche Verkehr emittiert nicht nichts. Straßen- und U-Bahn kommen auf 55 g/pkm, ein Linienbus im Nahverkehr auf 83. Alles pro Personenkilometer. Eine E-Mail hingegen, die verbraucht nur zehn Gramm CO2, insgesamt, ein Videocall kommt pro Stunde auch ungefähr auf diese Anzahl. Das ist viel, viel, viel weniger, aber auch Energie, nur um das auch zu klären. Der Vollständigkeit halber: Auch wenn man es denken mag und das Fahrrad als zumindest urbaner Ausweg gilt, fallen für Herstellung, Verkauf, Wartung ebenfalls CO2-Emissionen für den Drahtesel an.

Alles besser als ein Meeting

Ist also alles besser als ein Meeting vor Ort? Diese Frage kann durchaus mit Jein beantwortet werden. Denn es gibt natürlich Graustufen, die in den heutzutage immer stärker polarisierenden Diskussionen untergehen. Es geht letztlich nicht um ein “nur Fahrrad/Zoom” vs. “Ich fliege von Wien nach München und lass mir das nicht wegnehmen.” Allerdings, das hat uns wohl die Pandemie vor Augen geführt, gibt es wirklich eine Vielzahl an Treffen, die tatsächlich online abzuhalten sind. Ein CEO einer größeren Firma erzählte dem Autor dieser Zeilen vor einiger Zeit, vor der Pandemie hätte er 50.000 Kilometer im Jahr im Auto gesessen. Dazu noch Inlandsflüge en masse – das werde er in dem Ausmaß sicher nicht mehr machen. So geht es wohl vielen. Allerdings gibt es mit Sicherheit einige Termine, die eine Anreise mit Auto/Flugzeug vonnöten machen. Diese gilt es zu minimieren.

Nicht alle wohnen im Siebten und haben ein Lastenrad

Natürlich würden wir uns wünschen, dass jeder Mensch sofort statt einem Verbrennungsmotor ein E-Auto bekommt und ein Lastenrad noch dazu. Es sind ja nachgerade die Leute, die hauptsächlich einen Laptop brauchen, die Solidarität zeigen müssen, mit jenen, die das nicht können. Ein Malereibetrieb wird kaum mit sieben Lastenrädern vom Lager in die auszumalende Wohnung kommen. Die Heimhilfe, die 30 Minuten pro zu betreuender Person hat, wird vielleicht im Idealfall ein E-Auto haben, um ihrer Arbeit nachzugehen. Dass es noch keine CO2-schonenden Lösungen für den Transportsektor gibt, kommt noch dazu. Sprich: Die, die es können, sollten weitestgehend auf möglichst klimaschonende Fortbewegung setzen. Denn rund die Hälfte der Alltagswege ist kürzer als fünf Kilometer. Nur ein Viertel wird tatsächlich mit Fahrrad oder zu Fuß erledigt. Jede fünfte Autofahrt ist übrigens gar kürzer als 2,5 Kilometer…

Dieses Treffen hätte ein E-Mail sein können

Wahrscheinlich sind wir alle schon in Meetings gewesen, zu denen wir – wie auch immer – extra angereist sind und uns nachher gefragt haben, was wir dort eigentlich verloren haben. Geflügelt ist das Wort “this meeting could have been an e-mail” und es könnte kaum wahrer sein. Auch wenn es gegenwärtig wieder möglich sein mag, beinahe uneingeschränkt herumzufahren: Man sollte sich immer fragen, ob es tatsächlich notwendig ist.

Fotocredit: Pixabay

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