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Nachhaltigkeit darf nicht eine Frage des Einkommens sein!

Viele Personen und Familien können sich ein nachhaltiges Leben schlicht und einfach nicht leisten. Das ist allerdings fatal, denn wenn wir die gesteckten Klimaziele erreichen wollen, müssen alle mitmachen! Deshalb: Nachhaltigkeit darf nicht eine Frage des Einkommens sein!

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Wir hören und lesen immer wieder von Klimazielen, die wir erreichen müssen, wenn wir verhindern wollen, dass die Temperatur im Mittel um mehr als 1,5° Celsius ansteigt. Wir hören und lesen auch sehr viel über Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um diese Ziele zu erreichen. Sie betreffen all unsere Lebensbereiche und fordern zum Teil ein massives Umdenken von uns allen. Doch bei genauerer Betrachtung wird schnell klar: Einen nachhaltigen Lebensstil muss man sich leisten können. Und genau das darf nicht sein! So erreichen wir die gesetzten Ziele nicht einmal annähernd. Nachhaltigkeit schließt uns alle mit ein, nicht nur eine kleine einkommensstarke Elite.

Für viele Personen und Familien ist es schon schwierig, regionale und nachhaltige Bio-Lebensmittel anstatt der herkömmlichen, umweltschädlich produzierten Pendants zu kaufen. Es ist schlicht und einfach finanziell nicht machbar. Da stellt sich die Frage: Wie kann das sein? Von unseren politischen VertreterInnen wird uns immer und immer wieder versichert, dass Nachhaltigkeit ganz oben auf ihrer Agenda steht. Doch mit Worten allein – und bis dato sind es nur Worte – werden sie allerdings weder die Menschen überzeugen noch den Klimawandel stoppen.

PolitikerInnen müssen Verantwortung übernehmen!

Unsere PolitikerInnen werden sich entscheiden müssen – für oder gegen Nachhaltigkeit; mit all den jeweils dazugehörenden Konsequenzen. Denn eines muss uns allen klar sein: Permanentes Wirtschaftswachstum als Selbstzweck ist das genaue Gegenteil von Nachhaltigkeit. In ihren Wahlversprechen und Parteiprogrammen wollen sie uns allerdings klarmachen, dass sie beides unter einen Hut bringen – die Quadratur des Kreises quasi schaffen, indem sie Maßnahmen für weiteres Wirtschaftswachstum und Maßnahmen für den Klimaschutz zugleich in Aussicht stellen.

Das ist inkonsequent und unehrlich – und es löst weder unser größtes Problem, den Klimawandel und das unwiederbringliche Verschleudern der Ressourcen des Planeten, noch löst es Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Armut – und damit sind nicht arme Menschen auf der südlichen Hemisphäre gemeint, sondern auch jene direkt in unserer Nachbarschaft, inmitten unserer industrialisierten Gesellschaften. Denn auch hier geht die Schere zwischen arm und reich stetig auseinander.

Es ist schlicht und einfach perfide zu behaupten, der Kapitalismus hätte der Menschheit Wohlstand gebracht. Er hat nur einen kleinen Teil wohlhabend gemacht und einen noch viel kleineren Teil reich; ultrareich. So reich, dass einzelne Personen mit ihrem Vermögen ganze Staatshaushalte sanieren könnten. Das ist kein Wohlstand! Den haben wir erst dann erreicht, wenn jeder Erdenbürger und jede Erdenbürgerin ein würdevolles Leben leben kann und kein einziges Kind auf diesem Planeten mehr verhungern muss, während andere tonnenweise Lebensmittel wegwerfen.

Krankes System …

Dieses System ist krank. Und es macht auch uns Menschen krank. Und es zerstört unseren Lebensraum. Wachstum um des Wachstums Willen, nur damit einige wenige reicher und reicher werden, ist nicht das Konzept für die Zukunft und muss daher auch von unseren politischen VertreterInnen so behandelt werden. Doch das geschieht nicht!

Wenn Nachhaltigkeit tatsächlich das Anliegen unserer PolitikerInnen wäre, dann würden respektive müssten Sie zwangsläufig auch den Begriff Wachstum neu definieren. Wachstum da, wo es eben sinnvoll im Sinne der nachhaltigen Ziele ist. Aber nicht grundsätzlich. Vor diesem Hintergrund sind starke politische Regulative nötig, die allerdings nicht im Interesse der global agierenden Konzerne und OligarchInnen aller Art sind; ganz im Gegenteil. Das setzt eine langfristige und über die jeweilige Legislaturperiode hinausreichende politische Strategie voraus. Diese ist allerdings zurzeit nicht einmal ansatzweise zu erkennen. Wir stecken quasi immer im Wahlkampf.

Nach der Wahl ist vor der Wahl! Mit Sprüchen wie diesen wird zu legitimieren versucht, dass die politischen Parteien wichtige Entscheidungen, die für das langfristige Wohl der WählerInnen von zentraler Bedeutung wären, eben nicht treffen, sondern vielmehr die kurzfristigen Belange und Ziele von Großkonzernen, der Partei selbst sowie einzelner Akteure der Fraktion im Fokus haben. Ihr Mandat haben sie im Rahmen von Wahlen allerdings für Entscheidungen im Interesse des Gemeinwohls erhalten. Doch das spielt nach dem Urnengang meist keine Rolle mehr.

So kommt es, dass sich aktuell ein wirklich nachhaltiges Leben fast niemand leisten kann. Das ist die traurige Wahrheit. Nachhaltigkeit ist aber ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, deren Finanzierungslast unmöglich auf den Schultern der Einzelnen abgeladen werden darf.

Das geschieht bei weitaus weniger bedeutsamen und zukunftsrelevanten Themen wie etwa dem Straßenbau oder der Umsetzung von infrastrukturellen Projekten wie beispielsweise zum Zweck der Energieversorgung der Bevölkerung nicht. Hierfür gibt es jeweils Budgets, die – zumindest will man uns das weismachen – zweckgebunden eingesetzt werden.

Warum gibt es nicht schon längst auch ein Nachhaltigkeitsbudget – oder wie auch immer man es nennen möchte. Ein Budget auf jeden Fall, das unter anderem dafür eingesetzt wird, Haushalte mit Solar- und Windkraftwerken auf dem Dach oder mit nachhaltigen Heizformen zu versorgen, um so den Ausstieg aus Erdgas weiter voranzutreiben. Warum wird nicht schon längst in Städten wie Wien flächendeckend Solar- und Windenergie auf den brachliegenden Dachflächen produziert? Da stört es optisch niemanden und es ließe sich eine Menge Gas kompensieren. Förderungen bringen letztendlich nur jenen einen Vorteil, die sich diese teuren Vorhaben leisten können. Ein Großteil der Menschen kommt also gar nicht erst in die Situation, eine solche Förderung beantragen zu können, die ja außerdem meist erst nach finanzieller Vorleistung erstattet wird.

Umwelt- und Klimasteuer?

Auch hinsichtlich der Versorgung mit Lebensmitteln herrscht absolute Inkonsequenz vonseiten der Politik. Wie kann es sein, dass nach wie vor Produkte, die unter menschenverachtenden und ressourcenverschleudernden Bedingungen produziert werden, weitaus günstiger als jene sind, die nachhaltig produziert werden? Die Schäden, die eine derartige Produktion verursacht, müssten sich im Preis niederschlagen – oder mit einer saftigen Umwelt- und Klimasteuer versehen werden, die dann bedürftigen Menschen und jenen mit kleineren Einkommen zugutekommen sollte.

Fakt ist allerdings, dass sich ausgerechnet jene, die sich bemühen, „sauber“, also nachhaltig und menschenfreundlich zu produzieren, deklarieren müssen. Ausgerechnet ihnen wird der kaufmännische Alltag mit bürokratischen Hürden erschwert. Es sollte genau umgekehrt sein. Wir sollten darüber informiert werden – wie etwa bei Zigaretten über das Etikett – welchen ökologischen Fußabdruck das jeweilige Produkt hat und welche gesundheitlichen Nachteile oder sogar Schäden etwaige darin befindliche Inhaltsstoffe respektive zur Produktion verwendeten Chemikalien für uns haben oder anrichten können. Warum dürfen derartige Produkte, die uns krank machen und die unseren Lebensraum zerstören, überhaupt in den Regalen der Supermärkte landen? Im Prinzip müssten sie per Gesetz verboten werden.

Auch hier werden die Menschen von ihren politischen VertreterInnen im Stich gelassen, und die Politik lässt zu, dass wir KonsumentInnen mittels Etikettenschwindels und nicht nachvollziehbarer Zertifikate getäuscht werden, nur damit es keinen Aufschrei der jeweiligen Lobbys und Branchenvertreter gibt. Denn dann würden sie ja weniger Geld verdienen.

Auch in puncto Mobilität wird an sich nur die Automobilindustrie gefördert, nicht aber die KäuferInnen von E-Autos. Die HerstellerInnen verlangen einfach weiterhin ihre deutlich überzogenen Preise, unter welchem Vorwand auch immer … Als günstigere Variante gibt’s ja noch die Verbrenner. Das ist der reinste Hohn!

Hier braucht es völlig andere Ansätze, sonst wird Nachhaltigkeit zur elitären Veranstaltung, zu der GeringverdienerInnen nicht eingeladen sind. So werden wir aber den dringend nötigen Wandel nicht schaffen! Den schaffen wir nur, wenn alle mitmachen können!

Und das ist eine Frage der politischen Entscheidungen.

Die gute Nachricht: Wir können das ändern! Und zwar nur wir! Aber dafür müssen wir gemeinsam auftreten und mit vereinten Kräften dafür sorgen, dass die Interessen der WählerInnen vertreten werden, und nicht jene einer kleinen Elite, die nur eines will: mehr Profit – koste es, was es wolle.

PS:

Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass wir die Erde retten müssen. Wir müssen uns retten, indem wir dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen auf diesem Planeten weiterhin lebensfreundlich bleiben! Der Erde ist es egal, ob sie eine Atmosphäre hat, in der die Anteile von Sauerstoff und CO2 exakt so beschaffen sind, dass wir Menschen und alle anderen Spezies darauf leben können. Der Erde ist auch völlig egal, ob Pflanzen auf ihr wachsen, die uns mittels Fotosynthese den nötigen Sauerstoff produzieren, oder ob sie verödet bzw. verwüstet und dadurch unbewohnbar wird.

Aber uns darf es nicht egal sein. Denn unter anderen Voraussetzungen als den aktuellen ist ein Leben auf diesem Planeten schlicht und einfach nicht möglich! Gier nach Geld und Macht – so wie unser Wirtschaftssystem es voraussetzt und belohnt – sind absolut toxisch für die lebensfreundlichen Bedingungen, so wie wir sie kennen. Das heißt, sie sind vernichtend für die Menschheit und alle anderen Spezies.

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