Nachhaltiges, regionales Soja statt Gentechnikfutter aus Übersee im AMA-Gütesiegel - packmas.jetzt

Nachhaltiges, regionales Soja statt Gentechnikfutter aus Übersee im AMA-Gütesiegel

Die Strategie zur Eiweißversorgung Österreichs, die am 12. Juli von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger präsentiert wird, muss dringend um eine Absatzstrategie für heimisches und nachhaltiges europäisches Soja ergänzt werden um wirksam zu sein.

Redaktion

Erfreulicherweise steigen zwar in Österreich die Anbauflächen und Erntemengen von Soja. Trotz wichtiger Zuwächse im Lebensmittelbereich stagniert aber die mengenmäßig bedeutsamere Verfütterung im Land. In Österreich produziertes Soja wird schon heute groß exportiert, gleichzeitig wird Gentechniksoja aus dem Regenwald importiert. Derzeit werden nur mit dem AMA-Gütezeichen gekennzeichnete Eier mit Donau Soja gefüttert. Bei Mastgeflügel wird zwar gentechnik-freies Soja verwendet, Anforderung an dessen Herkunft und Nachhaltigkeit gibt es aber keine. „Bei Fleisch von Schweinen, das mit dem AMA-Gütezeichen gekennzeichnet ist, bekommen die Tiere außer bei einigen großartigen Vorzeigeprojekten noch immer Gentech-Soja aus Übersee zu fressen“, kritisiert Matthias Krön, Präsident von Donau Soja.

Hilfe und Förderungen für die Schweinezüchter

„Wenn wir es mit der Eiweißstrategie ernst meinen, müssen wir in Österreich mehr Nachfrage nach regionalem Soja schaffen, vor allem auch beim rot-weiß-roten AMA Gütezeichen. Dass wir gentechnik-freies Soja exportieren, und gleichzeitig Soja aus dem Regenwald einkaufen ist für alle unverständlich. Deshalb braucht es jetzt gerade für die Schweinezüchter Umstellungshilfen und Förderungen aus den EU-Töpfen im Rahmen der nationalen Umsetzung der neuen gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Bei der nationalen Umsetzung der GAP muss auch die Fruchtfolge dringend stärker gefördert werden, damit wir mehr Eiweißpflanzen in Österreich produzieren können und unabhängiger von nicht kontrollierten Importen werden“, so Krön an die Adresse der Ministerin. Donau Soja regt für den Sommer die Vorlage eines Masterplans für ein AMA-Siegel ohne Gentechnik an.

Eine Eiweißstrategie für Europa

Ein enorm großer Teil der globalen Treibhausgase stammt aus dem Bereich Land- und Forstwirtschaft. Ein Teil davon berechnet sich aus der Umwandlung von Regenwäldern und anderer natürlicher Ressourcen in Soja-Anbauflächen. Erst am 25. Juni einigte sich die EU auf eine Reform der GAP. Umwelt- und Klimaschutz wurden dabei stärker verankert. Mit in Europa nachhaltig produziertem und zertifiziertem Soja kann aktiv Umwelt- und Klimaschutz betrieben werden, wenn die strengen Prinzipien der Qualitätslabels Donau Soja und Europe Soja zur Anwendung kommen. Die Anbaufläche von Soja in Österreich könnte auf 100.000 Hektar ausgedehnt werden. Insgesamt könnten so 350.000 Tonnen Soja im Land für den heimischen Bedarf geerntet werden.

Der europäische Sojaverband Donau Soja mit Sitz in Wien hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Thema Eiweiß auf die europäische Agenda kam. Die schon 2018 veröffentlichte Eiweißstrategie von Donau Soja hat den Plan der EU zur besseren Proteinversorgung Europas stark beeinflusst. Sie fußt auf fünf Säulen: Importe von Soja sollen nur nach höchsten Umwelt- und Sozialstandards erlaubt sein. Zweitens soll der Anbau von zertifiziertem Soja und anderen Hülsenfrüchten in Europa stark ausgebaut werden. Das bedeutet weniger Dünger- und Pestizideinsatz, mehr Fruchtfolge und dadurch mehr Biodiversität sowie kontrollierte Gentechnikfreiheit. Drittens kann Soja zunehmend durch bessere Grünlandnutzung und andere Eiweißpflanzen ersetzt werden. Viertens muss die Verfütterung der Nutztiere effizienter werden. Dadurch wird ein Überschuss an Düngemitteln vermieden und die Gewässer geschont. Und fünftens braucht es eine Umstellung unserer Ernährung hin zu mehr Hülsenfrüchten und weniger Fleischkonsum. Das schützt Ökosysteme zu Land und zu Wasser, klimaschädliche Gase werden vermieden und unsere Gesundheit wird gestärkt. Wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, könnte die EU ihren Eiweißbedarf etwa zur Hälfte selber decken und gleichzeitig die Wirtschaft in Europa stärken.

Fotocredit: Pixabay

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