Energie gemeinsam erzeugen in der EU im Trend

AIT-Studie zeigt Europas Vorzeige-Energiegemeinschaften: Wiener Forschungsprojekt Viertel Zwei ganz vorne dabei – EAG muss Rahmen für Überführung in die Praxis schaffen.

Redaktion

Private Haushalte werden künftig eine wichtige Rolle in unserem Energiesystem spielen. TeilnehmerInnen von erneuerbaren Energiegemeinschaften produzieren, nutzen und teilen Strom und Wärme selbstständig und lokal. Eine aktuelle Studie des AIT Austrian Institutes of Technology im Auftrag von Wien Energie zeigt, dass Energiegemeinschaften europaweit im Kommen sind. Knapp 80 Projekte wurden in diesem Themenumfeld identifiziert und sieben bedeutende Projekte aus Portugal, Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden für eine vertiefende qualitative Untersuchung ausgewählt. Es zeigt sich: Die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen sind höchst unterschiedlich. Gemeinsam haben alle Projekte, dass sie auf effizienten Energieeinsatz, Klimaschutz und Gemeinschaftsbildung abzielen. In Österreich soll der rechtliche Rahmen für die Energiegemeinschaften mit dem Erneuerbaren Ausbau-Gesetz (EAG) Anfang 2021 geschaffen werden.

Energiegemeinschaften „brauchen eine treibende Kraft“

„Die aktive Teilnahme von Haushalten an der lokalen Energieversorgung setzt sowohl das Engagement der Bevölkerung, aber auch eine optimierte technische Umsetzung voraus. Die Herausforderung liegt darin die Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Versorgung auf lokaler Ebene in einem optimierten Gleichgewicht zu halten. In unseren Forschungsprojekten werden dazu verschiedene Ansätze wie der Einsatz von Blockchain-Technologien, lokale Speicher oder auch automatische Steuerungen untersucht. Richtig aufgesetzt können Energiegemeinschaften durch die ak­tive Beteiligung von BürgerInnen dazu beitragen, die regionale Erzeu­gung und Nutzung von erneuerbaren Energien zu forcieren“, so Dr. Wolfgang Hribernik, Head of Center for Energy am AIT.

Die Studie nennt auf Basis der Analysen vier Schritte, um Energiegemeinschaften breit implementieren zu können:

  • Frühzeitige Einbindung der Teilnehmenden und kontinuierliche Kommunikation,
  • einfacher organisatorischer Rahmen ohne bürokratische Hindernisse,
  • Förderungen als Anschubfinanzierung zu Ausbau erneuerbarer Energieanlagen sowie
  • Integration in langfristige Stadt- und Quartiersplanung.

„Hilfe zur Selbsthilfe ist unser Motto, wenn es um Energiegemeinschaften geht. Mit unserem langjährigen Know-how im Energiesektor unterstützen wir künftig bei der Gründung von Energiegemeinschaften, bei der Errichtung und dem Betrieb von erneuerbaren Anlagen und bieten eine digitale Plattform für Kommunikation und Austausch. Die Energieproduktion und -versorgung liegt in der Gemeinschaft“, erläutert Strebl die künftige mögliche Rolle von Energieversorgern (EVUs). Möglich sollten auch entsprechende Contracting-Modelle sein, um Investitionskosten für neue erneuerbare Anlagen seitens Energiegemeinschaften und damit eine große Start-Hürde zu vermeiden.

Gesamte Studie zum Download

Fotocredit: Pixabay

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